Langsam im Vergleich

Südkorea plant den Anschluss jedes Haushaltes ans Internet bis 2012 mit mindestens einem Gigabit pro Sekunde Geschwindigkeit. Gigabit? In Deutschland verkündete die Telekom kürzlich stolz die Möglichkeit, einige ausgewählte Regionen mit 50 Megabit pro Sekunde mit dem World Wide Web zu verbinden. Hier muss der Wirtschaftsstandort Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern gewaltig aufholen um nicht den digitalen Anschluss zu verpassen.

Immer noch weiße Flecken

Bevor in Deutschland überhaupt an Gigabit-Geschwindigkeiten zu denken ist, müssen zunächst einmal die letzten weißen Flecken auf der Landkarte beseitigt werden. Inzwischen dürfte dieses Ziel schon in greifbare Nähe gerückt sein, dank dem Fortschritt in mobiler Netztechnologie und der neuen Funktechnik LTE. Doch kaum ist es gerade mal annähernd soweit, droht mit dem Giga-Wettbewerb schon der nächste notwendige Entwicklungsschritt. Und eines ist sicher: Die Zukunft braucht die schnellen Glasfaserkabel. Denn nicht nur in Asien werden Videos und Datenmengen, die mehreren DVDs entsprechen, zunehmend mehr verschickt werden. Da die Videonutzung überwiegen wird, ist es auch kein Wunder, dass es in Deutschland vor allem die Kabelnetzbetreiber sind, die mit ihren VoD Angeboten den Ausbau vorantreiben und vor allem die Nachfrage steigern.

Wer soll das bezahlen

Denn vor allem mangelnde Nachfrage hält die Telekommunikationsunternehmen von weiteren Investitionen ab. Die Subventionen reichen lange nicht aus, um die Kosten für den Ausbau des Glasfasernetzes zu decken und eine Handvoll Kunden, die einen solchen Vertrag abschließen machen die Aktion nicht gerade zu einem lukrativen Geschäft für die Unternehmen. Doch hier ist vielleicht am ehesten der Einsatz der Wirtschaft gefragt, damit die deutsche Wirtschaft nicht am Ende einem gewaltigen Standortnachteil unterliegt. Mit dem Nachhinken im digitalen Wettrüsten steht Deutschland übrigens nicht alleine da. Auch andere europäische Länder, vor allem Frankreich und England, haben hier enormen Aufholbedarf.

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